Die fünf Säulen von Reiki

Ursprung der fünf Säulen der Reiki-Methode

Im Zuge der Verbreitung von Reiki und der Entwicklung etlicher Reiki-Stile in vielen Ländern ist es manchmal schwierig nachzuvollziehen, was denn darunter noch zum Original gehört. Dafür sollte es zwischen allen Reiki-Stilen Gemeinsamkeiten geben, an deen man annähernd ihre Echtheit erkennen kann. Das sind die fünf Säulen von Reiki. Sie sind die Grundpfeiler der Usui Reiki-Heilmethode.

Die usui Lebensregeln sind eine der fünf Säulen des Reiki

Usui Lebensregeln – Kalligrafie von Dr. Mark Hosak, 2015Creative Commons Lizenzvertrag

Als der Japaner Mikao Usui, Begründer der Reiki-Heilmethode, seine Reiki-Methode entwickelte, ließ er philosophische und praktische Inhalte aus den Geheimlehren des Buddhismus (mikkyo 密教), des Schamanismus (Shinto 神道), die schamanisch-magischen des Daoismus der Bergasketen (Shungendo 修験道)  und die konfuzianischen Umgangsformen und Lehren der Samurai in sein System mit einfließen. Dabei scheint es ihm ein besonderes Anliegen gewesen zu sein, durch spirituelle Entwicklung mit geistigen Übungen zur eigenen Urnatur, also zu sich selbst zu finden. Damit hat Usui mit der Reiki-Methode einen Selbstfindungsweg und Selbstheilungsweg erschaffen. Beides kann man durch die Anwendung der fünf Säulen von Reiki sowohl für sich selbst, als auch für Hilfsbedürftige anwenden.

Reiki und die fünf Säulen

Reiki und Handauflegen

Reiki ist eine Kraft und die spirituelle Lebensenergie, die überwiegend über die Handflächen (tenohira 掌) zum Heilen mit Handauflegen (teate 手当) übertragen wird. Das  Reiki-Geben durch das Auflegen der Hände auf den Körper oder das Halten und bewegen der Hände in der Aura ist die Grundlage für die Anwendungen der Reiki-Heilmethode.

Reiki und Einweihungen

Um die Reiki-Kraft im Menschen zum Fließen zu bringen, bedarf es der Einstimmungen bzw. Einweihungen durch einen erfahrenen Reiki-Meister. Bei Mikao Usui gab es eine Einstimmung, die dann ab und an wiederholt werden musste, damit die Reiki-Kraft erhalten blieb. Dies nannte er Reiju 靈授. Wortwörtlich bedeutet Reiju “das spirituelle Empfangen”.

Einer von Usuis Schülern, der Arzt und Offizier Chujiro Hayashi hat dann das System der vier Einweihungen eingeführt. Diese werden im 1. Grad Seminar gegeben. Diese vier traditionellen Einweihungen, wie sie auch von Frau Takata zur Verbreitung von Reiki im Westen gelehrt wurden, erhalten die Reiki-Kraft ein Leben lang.

Im 2. Grad Reiki gibt es dann eine weitere Einweihung in die drei Reiki-Symbole und zum Reiki Meister die Einweihung in das Meistersymbol.

Reiki Symbole und Mantras

Zum Erweitern der Möglichkeiten gibt es Reiki Symbole und Mantras. Diese werden je nach historischer Quelle unterschiedlich benannt. Hat ein Symbol einen buddhistischen Ursprung, spricht man von Siddham (Symbol) und Mantra (gesprochenes Werkzeug um das Herz / den Geist zu vervollständigen). Diese gehen meist auf den esoterischen oder auch tantrischen Buddhismus der Shingon Schule und Tendai Schule zurück. Mantra und Siddham bedeutet auf Japanisch (shingon 真言). Ist der Ursprung eher im Shinto und Shugendo zu finden, spricht man von Zeichen (shirushi しるし) und Zaubersprüchen (jumon 呪文).

Reiki Meditationen und Geistige Übungen

Usui hat als buddhistischer Mönch besonderen Wert auf Meditationen und geistige Übungen wie zum Beispiel Atemtechniken gelegt, um die übersinnlichen Fähigkeiten der Naturbegabung zu trainieren.

Reiki und die Lebensregeln

Die Reiki Lebensregeln (gokai 五戒) sind der philosophische Unterbau der Reiki Heilmethode. Dabei geht es insbesondere um fünf einfache Sätze, mit denen man ein glückliches Leben führen kann. Sie werden beschrieben als eine geheime Methode das Glück einzuladen und als spirituelles Heilkraut oder als spirituelle Medizin für 10.000 oder unzählige Krankheiten in Körper, Seele und Geist.

Gerade an diesem heutigen Tag

ärgere weder dich noch andere

sorge dich nicht

sei dankbar

kümmere dich um dein Karma

sei freundlich zu allen Lebewesen

Darauf folgt die Anleitung für morgens und abens, dass man die Hände vor dem Herzen zusammen legen soll, dass man die Aufmekrsamkeit in sein spirituelles Herz lenken möge und dass man sie (die Lebensregeln) laut rezitieren möge.

Die fünf Säulen kannst du im Rahmen des 1. Grades Shingon Reiki und aller darauf aufbauenden Seminare lernen. Hier findest du die Erklärungen aller Shingon Reiki Seminare.

 

Aussprache Lexikon – Reiki Fachbegriffe

Aussprache Lexikon

TIPPS zur Aussprache im Japanischen

Die japanische Sprache ist eine Silbenschrift. Daher folgt auf einen Konsonant wie etwa k, s, h, etc. immer ein Vokal wie a, i, u, e, o. Es gibt nur wenige Fälle, wo zwei Konsonanten aufeinander Fallen. Das ist die tsu. Das wird wie ein z ausgesprochen (zu). Ein doppeltes kk bedeutet für die Aussprache, dass es zwischen den k’s eine ganz kurze Pause gibt. Der einzige Konsonant, der alleine stehen kann ist ein n.

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Daraus ergibt sich für die Aussprache ein System mit folgender Silbenschrift:

  • a, i , u , e, o
  • ka, ki, ku, ke, ko
  • sa, shi, su se, so
  • ta, chi, tsu, te, to
  • na, ni, nu, ne, no
  • ha, hi, fu, he, ho
  • ma, mi, mu, mo
  • ya, yu, yo,
  • ra, ri, ru, re, ro
  • wa, wo
  • n

(Altjapanische Laute habe ich jetzt weggelassen)

  • Die Silbe shi wird im Japanischen mit schi wie in Schildkröte ausgesprochen.
  • Die Silbe chi wird im Japanischen wie das englische chicken ausgesprochen.
  • Die Silbe tsu wird im Japanischen mit zu wie zu Hause ausgesprochen.

Generell ist es in der japanischen Aussprache gut, erstmal alle Silben und Vokale ohne eine Betonung durchzusprechen, so als sei es schon fast monoton. Der Rhythmus im japanischen durch Längenzeichen über einzelnen Vokalen. Längenzeichen können die Vokale a, u und o haben. Das sieht dann wie folgt aus: â, û, ô. Dabei zieht man den Vokal etwas in die Länge und lässt ihn mit einen sanften u-Ton ausklingen. Soll ein e verlängert werden, geschieht dies mit einem i dahinter wie bei dem Begriff Reiki. Folglich wird hier das e wie ein deutsches e ausgesprochen und etwas verlängert. Dann klingt auch dieses mit einem leichten i-Ton aus.

In der japanischen Aussprache wird ei aus Begriffen wie Reiki oder Seiheki nicht wie Ei vom Huhn ausgesprochen sondern wie eei. Das i hinter dem e dient als Verlängerungszeichen des e. Am Ende gibt es dann einen ganz leichten i-Laut.

Aussprache einzelner Reiki-Fachbegriffe

Links steht der Begriff und rechts folgen Hinweise zur Aussprache.

  • REIKI   –   Reei-Ki 
  • CHOKU REI – Cho wie Chocolate, Ku wie Kuhmilch, Rei wie Reiki
  • SEI HEKI – Seei heki – Das e in heki wird wie ein kurzes ä ausgesprochen
  • HON SHA ZE SHÔ NEN – sha wie scha, ze wie See, shô lang und die anderen alle kurz aussprechen
  • DAI KÔ MYÔ – kô und myô lang aussprechen
  • SEI HEKI CHI RYÔ HÔ – chi wie chicken, ryô und hô lang 
  • GASSHÔ – sshô wie schoo und zwischen dem a und dem ssh eine kurze Pause
  • HATSU REI-HÔ – tsu wie zu
  • KEN YOKU – alles kurz aussprechen
  • REI JU – ei ist ein langes eeei mit i-Ausklang
  • GEN DAI REI KI HÔ – rei wie reei und hô lang
  • USUI SHIKI RYÔHÔ – ryô und hô lang 
  • USUI REIKI RYÔHÔ GAKKAI – ryô und hô lang, gakkai wie gak-kai
  • SHO DEN  – alle Vokale kurz aussprechen
  • OKU DEN – alle Vokale kurz aussprechen
  • SHIN PI DEN – alle Vokale kurz aussprechen
  • GOKU I KAI DEN – alle Vokale kurz aussprechen
  • TEN CHI MAE YOKO – alle Vokale kurz aussprechen
  • BYÔ SEN – Byô lang und sen kurz, sen mit scharfen s

Hast du weitere Wünsche zur Aussprache? Dann trage einfach deine Wünsche in das Kontaktformular ein.

Leser-Feedback zum Artikel

Lieber Mark,

gerade lese ich Deine Nachricht und bin zutiefst berührt über die herzlichen wohlwollenden Zeilen. Es ist mehr als ich je erwahrtet habe. Dein Vorschlag Begriffe in Internet zustellen ist ausgezeichnet, so haben alle etwas davon. Ich wollte Dir schon vorschlagen in Deinen Veröffentlichungen eine Extraseite einzupflegen mit Quervermerken zum Ursprung der jeweiligen Worte (Japan/China/Indien;Jahreszahlen und eben die Aussprache).

Herzlichen Dank für Deine Liebe die Du uns allen zuteil werden lässt. Ich kann es immer noch nicht fassen so eine Rückmeldung bekommen zu haben.

Besten Dank und viele Grüße nach Eberbach
Jürgen

Jürgen Krüger
(Meister im Gendai Reiki-hô)

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Sinnlichkeit im Reiki Kanji

Oben im Kanji rei 靈 steht das Zeichen für Regen ame 雨. Das ist das Ikon für eine Wolke, aus der es heraus regnet. Der Regen steht für Wasser und dieses für den Fluß von Gefühlen. Es geht im rei darum, dass eine Schamanin auf der Erde steht und zum Himmel betet, damit das vom Himmel gesegnete Wasser herabregnen möge.

Vom Himmel gesegnet bedeutet, dass die Wasserkristalle durch Sonneneinstrahlung mit Licht aufgeladen werden. Die Sonne steht für den Himmel und das männliche Yang. Die Erde steht für das weibliche Yin. Über den gesegneten Regen kommen sie zusammen.

Im unteren Kanji ki 氣 ist das Reiskorn kome 米. Außen ist Energie. Je nachdem mit was das kombiniert wird, wird die Art der Energie spezifiziert. Folgendes ki 汽 ist zum Beispiel die Wasserdampfkraft. Folglich ist ki ohne das Reiskorn oder ein anderes Kanji einfach nur eine unbestimmte Energie. Das Reiskorn ist kein Lebewesen, sondern es birgt den Keim des Lebens in sich. Damit dies zum Leben erweckt werden kann und damit daraus eine Pflanze wächst, bedarf es der Erde mit der Kraft der Geborgenheit, in die das Korn gesetzt wird und es bedarf des gesegneten Wassers vom Himmel.

Der im Reiki Kanji beschriebene Regenzauber ist das Sinnbild für schamanische Rituale. Man bittet um etwas mit bestimmten Handlungen, erhält einen Segen und wendet diese Kraft auf der Erde an, um die Wirkung hier zu manifestieren. Insofern geht es darum, das Leben zu fördern, indem es immer wieder neu erschaffen wird. So etwas kann man spirituellen Lebensprozess nennen, wobei Reiki die spirituelle Lebensenergie ist.

Bei der sinnlichen Begegnung findet etwas Ähnliches statt, weil das oben Beschriebene ein Symbol oder eine Metapher für den gleichen Prozess darstellt. Es ist wichtig, dass zwischen zwei Menschen der Funke überspringt, damit diese sich sinnvoll und sinnlich begegnen können, als Voraussetzung für ein glückliches Leben mit der Möglichkeit der Fortpflanzung.

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